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Das Lieferkettengesetz und die Rolle von Vertragssoftware bei dessen Umsetzung

Lieferkettengesetz 2026: Wer ist betroffen, welche Sorgfaltspflichten gelten trotz der Reform noch – und wie Vertragssoftware bei Risikoanalyse, Monitoring und Compliance hilft.

AB
Veröffentlicht 1. Juni 2023·Aktualisiert 15. Juli 2026
18 Min. Lesezeit
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Lieferkettengesetz 2026: Wer ist betroffen, welche Sorgfaltspflichten gelten trotz der Reform noch – und wie Vertragssoftware bei Risikoanalyse, Monitoring und Compliance hilft.

Ganz gleich, ob es sich um einen Kaffeebecher, ein Smartphone oder ein Paar Jeans handelt – hinter jedem Produkt steht eine Lieferkette. Oft reicht diese Kette über Kontinente hinweg und umfasst eine Vielzahl von Unternehmen. Das Lieferkettengesetz verlangt von diesen Unternehmen nun, nicht nur im eigenen Geschäftsbereich, sondern auch beim Handeln ihrer Vertragspartner und Zulieferer, auf die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz zu achten.

Hinter jedem Produkt steht eine globale Lieferkette

Aktueller Stand: Was 2026 für das Lieferkettengesetz gilt

Das Lieferkettengesetz (LkSG) ist noch in Kraft, wird aber gerade grundlegend umgebaut. Wer die Anforderungen einordnen will, sollte drei Entwicklungen kennen:

  • Berichtspflicht abgeschafft: Der Gesetzgeber hat die jährliche Berichtspflicht gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) rückwirkend gestrichen. Das digitale Berichtsformular ist seit November 2025 deaktiviert; Unternehmen müssen keine LkSG-Berichte mehr einreichen.
  • Sanktionen zurückgefahren: Die BAFA verfolgt nur noch schwere Verstöße, und ein Großteil der Bußgeldtatbestände entfällt mit der laufenden LkSG-Novelle. Die weiter unten beschriebenen Bußgelder bis 800.000 Euro spiegeln die ursprüngliche Fassung wider und werden derzeit weitgehend abgebaut.
  • Ablösung durch die EU-Richtlinie: Das LkSG soll durch ein neues Gesetz zur Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) ersetzt werden. Die CSDDD ist seit März 2026 in Kraft; Deutschland muss sie bis Juli 2028 umsetzen, die Anwendung beginnt gestaffelt ab 2029. Der Anwendungsbereich wird deutlich enger – erfasst sind künftig vor allem Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und über 1,5 Milliarden Euro Umsatz.

Entscheidend für die Praxis: Die materiellen Sorgfaltspflichten – Risikoanalyse, Präventions- und Abhilfemaßnahmen, Beschwerdeverfahren – gelten weiterhin. Wegfallen sollen vor allem die formale Berichtspflicht und die schärfsten Sanktionen. Wer seine Lieferantenverträge und Prozesse jetzt sauber aufsetzt, ist auch für die kommende CSDDD-Umsetzung gerüstet.

Die folgenden Abschnitte erklären die Sorgfaltspflichten des LkSG im Detail. Die Passagen zu Berichtspflicht und Bußgeldern beschreiben die ursprüngliche Rechtslage und sind im Licht des oben genannten Umbaus zu lesen.

Zusammenfassung

Konsequenzen des Lieferkettengesetzes für Unternehmen:

  • Erweiterte Verantwortung: Unternehmen sind nun nicht nur für ihre eigenen Aktionen verantwortlich, sondern auch für die ihrer Zulieferer. Sie müssen gewährleisten, dass Menschenrechte und Umweltschutzbestimmungen entlang der gesamten Lieferkette eingehalten werden, ein Akt, der das traditionelle Verständnis der unternehmerischen Verantwortung revolutioniert.

  • Risikoanalyse und -bewertung: Unternehmen müssen proaktiv die Risiken in ihren Lieferketten ermitteln, bewerten und priorisieren. Dies ist keine einmalige Übung, sondern ein ständiger Prozess, der sowohl Sorgfalt als auch Aufmerksamkeit erfordert.

  • Transparente Berichterstattung: Unternehmen sind verpflichtet, regelmäßig über ihre Lieferkettenmanagement-Aktivitäten zu berichten. Nicht nur die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutzbestimmungen muss gewährleistet sein, sondern sie muss auch nachweisbar und für alle transparent sein.

Wie Vertragssoftware Unternehmen bei der Einhaltung des Lieferkettengesetzes unterstützen kann:

  • Überblick und Kontrolle: Vertragssoftware bietet einen strukturierten Überblick über alle Verträge mit Lieferanten und ermöglicht es Unternehmen, spezifische Klauseln einzufügen, die die Einhaltung des Lieferkettengesetzes gewährleisten.

  • Risikobewertung: Mit Vertragssoftware können Unternehmen die Risiken in ihren Verträgen erkennen und bewerten. Einige Programme verfügen sogar über KI-gestützte Risikoanalysen, die dabei helfen, potenzielle Problemfelder zu identifizieren.

  • Kontinuierliches Monitoring: Vertragssoftware ermöglicht ein kontinuierliches Monitoring der Einhaltung der Vertragsbedingungen durch die Lieferanten. Damit können Unternehmen schnell auf festgestellte Verstöße reagieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Was ist das Lieferkettengesetz?

Das Lieferkettengesetz, oder das Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten, trat am 1. Januar 2023 in Kraft. Es regelt die unternehmerische Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten in globalen Lieferketten und stärkt den Umweltschutz. Das Gesetz fordert von Unternehmen in Deutschland, Menschenrechte durch die Umsetzung definierter Sorgfaltspflichten zu respektieren. Diese Pflichten erstrecken sich auf den eigenen Geschäftsbereich, das Handeln eines Vertragspartners und das Handeln weiterer (mittelbarer) Zulieferer. Damit endet die Verantwortung der Unternehmen nicht länger an der eigenen Werkstätte, sondern besteht entlang der gesamten Lieferkette.

Was ist eine Lieferkette und wie definiert sie das Gesetz?

In der pulsierenden Welt des globalen Handels ist die Lieferkette das unsichtbare Netzwerk, das die Waren von ihren Ursprüngen bis zu uns nach Hause bringt. Sie ist die Lebensader, die den Pulsschlag der modernen Wirtschaft ermöglicht. Aber was genau ist eine Lieferkette? Einfach ausgedrückt, ist eine Lieferkette der gesamte Prozess der Herstellung und Lieferung eines Produkts, von der Beschaffung der Rohstoffe über die Produktion bis hin zum Endverbraucher.

Das neue deutsche Lieferkettengesetz, das 2023 in Kraft getreten ist, definiert den Begriff der Lieferkette ein wenig weiter. Es betrachtet nicht nur die direkten Lieferanten eines Unternehmens, sondern auch die indirekten Zulieferer - die sogenannten "mittelbaren" Zulieferer. Dies bedeutet, dass das Gesetz die gesamte Kette der Produktions- und Lieferprozesse in den Blick nimmt, von der ursprünglichen Quelle der Rohstoffe bis hin zum Endprodukt.

Mit dieser breiten Definition wird das Gesetz zu einem mächtigen Instrument, um Menschenrechte und Umweltschutz über die gesamte Lieferkette hinweg zu stärken. Es verlangt von den Unternehmen, dass sie nicht nur ihre eigenen Geschäftspraktiken überprüfen, sondern auch die ihrer Vertragspartner und ihrer indirekten Zulieferer. Das bedeutet, dass die Verantwortung der Unternehmen nicht an ihren Werkstoren endet, sondern entlang der gesamten Lieferkette besteht.

Mit anderen Worten, das Lieferkettengesetz baut Brücken - nicht nur zwischen den verschiedenen Stufen der Lieferkette, sondern auch zwischen den Unternehmen und den Menschen, die von ihrer Geschäftstätigkeit betroffen sind. Es ist ein Schritt hin zu einer nachhaltigeren und gerechteren Weltwirtschaft.

Warum wurde das Lieferkettengesetz eingeführt?

In einer globalisierten Welt, in der Produkte und Rohstoffe über Kontinente hinweg verschifft und gehandelt werden, kann es schwierig sein, den Überblick über die gesamte Lieferkette zu behalten. Und genau hier liegt das Problem: In einigen Teilen der Welt kann die Produktion von Waren immer noch mit Praktiken einhergehen, die sowohl menschenunwürdig als auch umweltschädlich sind. Kinderarbeit, Zwangsarbeit, unfaire Löhne und Umweltvergehen sind leider noch immer Realität in einigen Produktionsprozessen.

Dieser Wirklichkeit will die deutsche Regierung ein Ende setzen und führte als wesentlicher Konsequenz das Lieferkettengesetz ein. Dieses Gesetz soll sicherstellen, dass deutsche Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden, indem sie dafür sorgen, dass ihre Produkte und Dienstleistungen unter Achtung der Menschenrechte und des Umweltschutzes hergestellt werden – und das nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern entlang der gesamten Lieferkette.

Mit der Einführung des Lieferkettengesetzes möchte die deutsche Regierung nicht nur ein Zeichen für eine nachhaltigere und fairere Wirtschaft setzen, sondern auch die Verbraucher informieren und sensibilisieren. Letztendlich haben wir als Verbraucher die Macht, mit unserem Kaufverhalten Unternehmen zu belohnen, die sich für faire Arbeitsbedingungen und umweltschonende Praktiken einsetzen. Das Lieferkettengesetz ermöglicht es uns, diese Entscheidungen auf der Grundlage von Transparenz und Verantwortlichkeit zu treffen. Es ist ein starkes Signal, dass Deutschland sich für eine gerechtere und nachhaltigere Welt einsetzt.

Wer ist vom Lieferkettengesetz betroffen?

Ab 2023 gilt das Gesetz zunächst für Unternehmen mit mindestens 3.000 Mitarbeitern, und ab 2024 wird es auf Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitern im Inland ausgeweitet.

Das Lieferkettengesetz betrifft zunächst große Unternehmen

Welche Anforderungen stellt das Lieferkettengesetz?

Anforderungen des Lieferkettengesetzes an Unternehmen

Das Lieferkettengesetz stellt eine Reihe von Anforderungen an die Unternehmen, um sicherzustellen, dass sie ihrer Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte und des Umweltschutzes in ihren Lieferketten gerecht werden. Diese Anforderungen sind nach den Stufen der Lieferkette und der jeweiligen Geschäftstätigkeit und Einfluss des Unternehmens aufgeteilt. Die konkreten Verpflichtungen werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

Wie wird das Lieferkettengesetz durchgesetzt?

Die Durchsetzung des Lieferkettengesetzes ist ein wesentlicher Bestandteil, um seine Effektivität sicherzustellen. Denn ein Gesetz ist nur so stark wie seine Durchsetzung. In Deutschland hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die wichtige Aufgabe übernommen, die Einhaltung des Lieferkettengesetzes zu überwachen.

Das BAFA überwacht die Einhaltung des Lieferkettengesetzes

Das BAFA ist mit beträchtlichen Befugnissen ausgestattet, um die Umsetzung des Gesetzes durchzusetzen. Es kann bei Verstößen gegen das Gesetz Zwangs- und Bußgelder verhängen. Diese Geldstrafen können erheblich sein und stellen einen starken Anreiz für Unternehmen dar, ihre menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten ernst zu nehmen.

Doch es geht nicht nur um Strafen. Die Durchsetzung des Lieferkettengesetzes fördert auch die Transparenz und Verantwortlichkeit der Unternehmen. Sie müssen nicht nur ihre Sorgfaltspflichten erfüllen, sondern auch regelmäßig Bericht darüber erstatten. So können Verbraucher, Investoren und die breite Öffentlichkeit die Leistung der Unternehmen beurteilen und ihre Entscheidungen auf der Grundlage dieser Informationen treffen.

Die Durchsetzung des Lieferkettengesetzes ist somit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu faireren und nachhaltigeren Geschäftspraktiken. Sie gewährleistet, dass Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen und trägt dazu bei, dass die Rechte von Arbeitnehmern und die Umwelt entlang der gesamten Lieferkette respektiert werden.

Anforderungen des Lieferkettengesetzes

Welche spezifischen Verpflichtungen haben die Unternehmen?

Unter dem Dach des Lieferkettengesetzes haben Unternehmen spezifische Verpflichtungen zu erfüllen, die dazu beitragen sollen, dass Menschenrechte und Umweltschutz in ihren Lieferketten gewahrt werden. Es handelt sich hierbei um mehr als bloße Leitlinien - es sind klare, gesetzliche Anforderungen, die jedes betroffene Unternehmen erfüllen muss.

Zunächst sind Unternehmen verpflichtet, eine gründliche Risikoanalyse durchzuführen. Diese Analyse soll potenzielle Verstöße gegen Menschenrechte oder Umweltstandards in der gesamten Lieferkette identifizieren. Die Ergebnisse dieser Analyse müssen dann genutzt werden, um effektive Maßnahmen zur Vermeidung oder Minimierung dieser Risiken zu ergreifen.

Darüber hinaus müssen Unternehmen eine öffentliche Erklärung zu ihrer Politik in Bezug auf Menschenrechte und Umweltschutz abgeben. Diese Erklärung soll klar und unmissverständlich sein und die spezifischen Maßnahmen aufzeigen, die das Unternehmen ergreift, um dessen Sorgfaltspflichten zu erfüllen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einrichtung von Beschwerdekanälen. Diese ermöglichen es Menschen in der Lieferkette, mögliche Verstöße zu melden. Dies schafft einen Mechanismus, durch den Probleme erkannt und angegangen werden können.

Schließlich sind Unternehmen verpflichtet, regelmäßig über ihre Bemühungen in Bezug auf die Einhaltung des Lieferkettengesetzes zu berichten. Dies fördert die Transparenz und ermöglicht es, die Fortschritte und Herausforderungen des Unternehmens in diesem Bereich zu verfolgen.

Welche strategischen Maßnahmen sollten Unternehmen nun einleiten?

  • Task-Force aufsetzen: Der erste Schritt besteht darin, ein internes Team zu bilden, das sich auf die Umsetzung des Lieferkettengesetzes konzentriert. Dieses Team sollte interdisziplinär sein und Vertreter aus verschiedenen Abteilungen wie Einkauf, Personal und Compliance umfassen.

  • Risikoanalyse durchführen: Das Team sollte eine gründliche Risikoanalyse durchführen, um potenzielle Menschenrechts- und Umweltverstöße in der gesamten Lieferkette zu identifizieren. Diese Analyse sollte sowohl direkte als auch indirekte Zulieferer umfassen.

  • Policy entwickeln und veröffentlichen: Auf der Grundlage der Risikoanalyse sollte das Unternehmen eine klare Politik zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz in der Lieferkette entwickeln und veröffentlichen.

  • Maßnahmen kontinuierlich umsetzen: Das Unternehmen sollte effektive Maßnahmen ergreifen, um identifizierte Risiken zu vermeiden oder zu minimieren. Diese Maßnahmen können Schulungen, Überprüfungen und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen umfassen.

  • Beschwerdekanäle einrichten: Zusätzlich sollten klare und zugängliche Beschwerdekanäle eingerichtet werden, um Berichte über mögliche Verstöße zu erhalten und darauf zu reagieren.

  • Regelmäßige Berichterstattung: Wie bereits erwähnt müssen Unternehmen regelmäßig über dessen Bemühungen zur Einhaltung des Lieferkettengesetzes berichten. Diese Berichte sollten möglichst transparent und detailliert sein und sowohl Fortschritte als auch Herausforderungen aufzeigen.

Welche praktischen Schritte helfen zur Umsetzung der Maßnahmen?

Die Umsetzung der Sorgfaltspflichten lässt sich mit den richtigen Werkzeugen deutlich vereinfachen. Fünf technologieorientierte Ansätze haben sich in der Praxis bewährt:

  • Schritt 1: Vertragsmanagement-Software einführen: Eine solche Software behält alle Verträge im Blick – auch die mit Ihren Lieferanten – und stellt sicher, dass sie die notwendigen Klauseln zum Schutz von Menschenrechten und Umwelt enthalten. Automatisierte Erinnerungen weisen darauf hin, wann ein Vertrag überprüft oder erneuert werden muss.

  • Schritt 2: Lieferkette technisch überwachen: Moderne Lösungen – von Satellitendaten zur Prüfung von Umweltverstößen bis zu Blockchain-Nachweisen für die Herkunft Ihrer Produkte – machen die Lieferkette transparenter und lassen Risiken frühzeitig erkennen.

  • Schritt 3: Wissen im Team aufbauen: Nutzen Sie Schulungen, um Ihr Team mit den Anforderungen des Lieferkettengesetzes vertraut zu machen. Von der Führungskraft bis zum Einkaufsmanager sollten alle die Pflichten kennen – geschulte Mitarbeiter sind die erste Verteidigungslinie gegen Verstöße.

  • Schritt 4: Beschwerdekanäle für Hinweisgeber schaffen: Ein wirksames Whistleblowing-System lässt sich in die bestehende IT integrieren und bietet Mitarbeitern einen sicheren, anonymen Weg, Bedenken zu melden. So werden mögliche Verstöße frühzeitig sichtbar.

  • Schritt 5: Künstliche Intelligenz zur Datenanalyse einsetzen: KI-gestützte Tools werten große Datenmengen aus Ihrer Lieferkette aus und erkennen Muster oder Trends, die manuell leicht übersehen werden. Das hilft, Risiken früher zu identifizieren und zu handeln.

Technologiegestützte Umsetzung der Lieferkettenpflichten

Welche Strafen drohen bei Nichteinhaltung?

Hinweis: Die folgenden Bußgeld- und Sanktionsregeln beschreiben die ursprüngliche Fassung des Gesetzes. Mit der laufenden LkSG-Novelle entfällt ein Großteil dieser Ordnungswidrigkeiten, und die BAFA verfolgt nur noch schwere Verstöße (siehe Aktueller Stand).

Das ursprüngliche Lieferkettengesetz ist kein zahnloser Tiger - es hat die Fähigkeit, Unternehmen bei Nichteinhaltung empfindlich zu bestrafen. Sobald ein Verstoß gegen die Sorgfaltspflichten festgestellt wird, verlangt das Gesetz zunächst, dass das Unternehmen entsprechende Abhilfemaßnahmen ergreift. Wenn das Unternehmen jedoch nicht in der Lage ist, diese Maßnahmen innerhalb einer angemessenen Frist zu ergreifen, fordert das Gesetz einen detaillierten Plan zur Minimierung oder Vermeidung des Verstoßes.

Die Kontrolle dieser Anforderungen obliegt dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Sie sind diejenigen, die die Firmenberichte überprüfen und Beschwerden nachgehen. Bei vorsätzlichen oder fahrlässigen Verstößen gegen das Gesetz können sie Bußgelder von bis zu 800.000 Euro verhängen. Darüber hinaus kann ein Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen für bis zu drei Jahre drohen - ein potenzieller Schlag für jedes Unternehmen, das sich auf öffentliche Aufträge verlässt.

Interessant ist jedoch, dass das Gesetz eine zivilrechtliche Haftung ausdrücklich ausschließt. Das bedeutet, dass ein Verstoß gegen das Lieferkettengesetz nicht zu zivilrechtlichen Klagen gegen das Unternehmen führen kann. Dieser Ausschluss scheint darauf abzuzielen, die Geschäftsleiter persönlich vor rechtlichen Folgen zu schützen.

Die Höhe des Bußgelds hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Ausmaß, die Dauer und die Auswirkungen des Verstoßes. Tatsächlich sind die Bußgelder nach dem Lieferkettengesetz gestaffelt und können 800.000, 500.000 oder 100.000 Euro betragen.

Doch es gibt eine Ausnahme für besonders große Unternehmen. Wenn ein Unternehmen einen Jahresumsatz von mehr als 400 Millionen Euro hat, kann das Bußgeld bis zu zwei Prozent dieses Umsatzes betragen - eine mögliche Millionenstrafe. Bei der Berechnung des Jahresumsatzes werden dabei alle zugehörigen Unternehmen mit einbezogen.

Vertragssoftware und das Lieferkettengesetz

Was ist eine Vertragssoftware?

Vertragssoftware ist ein digitales Werkzeug, das den gesamten Vertragsprozess eines Unternehmens verwaltet und optimiert – vom Entwurf über die Verhandlung bis zur Verlängerung.

Statt Verträge in Ordnern und E-Mail-Postfächern zu suchen, rufen Sie sie mit wenigen Klicks auf, durchsuchen sie nach Stichworten und setzen automatische Erinnerungen für wichtige Termine. Aus dem unübersichtlichen Labyrinth der Vertragsverwaltung wird ein strukturierter, nachvollziehbarer Prozess.

Vertragssoftware geht dabei über die reine Verwaltung hinaus: Sie hilft, Risiken zu minimieren und die Einhaltung von Vorschriften nachzuweisen. Das macht sie besonders wertvoll für Unternehmen mit komplexen regulatorischen Anforderungen – wie denen des Lieferkettengesetzes.

Vertragssoftware verwaltet den gesamten Vertragsprozess

Wie kann eine Vertragssoftware die Einhaltung des Lieferkettengesetzes unterstützen?

In der Welt der Geschäftsethik und der gesetzlichen Compliance hat die Einführung des Lieferkettengesetzes einen regelrechten Sturm ausgelöst. Unternehmen müssen nun sicherstellen, dass ihre Lieferketten frei von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden sind. Hier tritt die Vertragssoftware ins Rampenlicht.

Vertragssoftware durchsucht Ihren gesamten Vertragsbestand gezielt nach Klauseln zu Umweltstandards, Arbeitsbedingungen oder anderen relevanten Aspekten. So stellen Unternehmen sicher, dass ihre Lieferanten die erforderlichen Standards einhalten und dass Vertragsbedingungen existieren, die diese Standards durchsetzen.

Aber die Vertragssoftware geht noch weiter. Sie ermöglicht es Unternehmen, Prozesse und Kontrollen zu etablieren, um die Einhaltung dieser Standards zu überwachen. Sie können automatische Erinnerungen für regelmäßige Überprüfungen einstellen und sogar Berichte generieren, um die Einhaltung der Gesetze zu dokumentieren. So können Unternehmen sicherstellen, dass sie nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis dem Gesetz entsprechen.

Die Einführung des Lieferkettengesetzes mag eine Herausforderung sein, aber mit der richtigen Vertragssoftware wird sie zu einer Gelegenheit. Eine Gelegenheit, Geschäftspraktiken zu überdenken, ethischer zu handeln und gleichzeitig die Compliance zu gewährleisten. Und das alles mit der Unterstützung eines digitalen Werkzeugs, das so agil und anpassungsfähig ist wie Ihr Unternehmen selbst.

Praktische Anwendung von Vertragssoftware im Kontext des Lieferkettengesetzes

Welche spezifischen Funktionen einer Vertragssoftware sind hierbei besonders nützlich?

Im stetigen Wandel der globalen Wirtschaftslandschaft spielen Risikomanagement und -bewertung eine entscheidende Rolle. Unternehmen suchen nach Wegen, um mögliche Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu minimieren. Mit dem neuen Lieferkettengesetz wird diese Aufgabe noch dringender. Hier kommt die Vertragsmanagement-Software ins Spiel, ein digitales Ass im Ärmel jedes modernen Unternehmens.

Eine Vertragsmanagement-Software verschafft Ihnen eine Vogelperspektive auf Ihre gesamte Vertragslandschaft und hilft Ihnen, potenzielle Risiken systematisch zu identifizieren, statt sie in einzelnen Dokumenten zu übersehen.

Mit einer Vertragsmanagement-Software können Sie alle Ihre Verträge durchsuchen und analysieren, um potenzielle Risikofaktoren zu identifizieren. Diese könnten beispielsweise Vertragspartner sein, die in Ländern mit einem hohen Risiko für Menschenrechtsverletzungen oder Umweltschäden tätig sind. Sie könnten auch Klauseln sein, die nicht den Anforderungen des Lieferkettengesetzes entsprechen.

Einmal identifiziert, können diese Risiken bewertet und priorisiert werden. Das System kann Ihnen dabei helfen, eine Rangliste der Risiken zu erstellen, basierend auf Faktoren wie der Wahrscheinlichkeit des Eintretens und der potenziellen Auswirkungen auf Ihr Unternehmen.

Mit diesen Informationen an der Hand können Sie dann Maßnahmen ergreifen, um diese Risiken zu minimieren. Vielleicht müssen Sie bestimmte Verträge neu verhandeln oder neue Vertragsklauseln einführen. Vielleicht müssen Sie Ihre Lieferkette umstrukturieren oder einen neuen Lieferanten finden.

Kurz gesagt, eine Vertragsmanagement-Software kann Sie dabei unterstützen, die Risiken in Ihrer Lieferkette zu verstehen, zu bewerten und effektiv zu handhaben. Sie ist ein leistungsstarkes Werkzeug, das Ihnen dabei helfen kann, sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen den Anforderungen des Lieferkettengesetzes entspricht und dabei erfolgreich bleibt.

Vertragssoftware unterstützt das Risikomanagement in der Lieferkette

Wie kann eine Vertragssoftware dabei unterstützen, die Einhaltung der Verpflichtungen durch Lieferanten zu überwachen?

Eine Vertragsmanagement-Software ist nicht nur ein Werkzeug für Führungskräfte und Rechtsabteilungen. Sie kann auch eine entscheidende Rolle dabei spielen, sicherzustellen, dass Ihre Mitarbeiter die Anforderungen des Lieferkettengesetzes verstehen und einhalten. Stellen Sie sich die Software als Ihren persönlichen Coach vor, der Ihr Team in Sachen Compliance trainiert und unterstützt.

Die Software kann als zentrales Informationsportal dienen, in dem Ihre Mitarbeiter Zugriff auf alle relevanten Vertragsdokumente und -informationen haben. Sie enthält detaillierte Informationen zu den Anforderungen des Lieferkettengesetzes und gibt praktische Hinweise, wie diese in den Vertragsbeziehungen umzusetzen sind. Mit nur wenigen Klicks können Ihre Mitarbeiter die gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Menschenrechte und Umweltschutz nachvollziehen und sicherstellen, dass diese in den Verträgen mit Ihren Lieferanten verankert sind.

Die Vertragsmanagement-Software kann aber auch als Frühwarnsystem dienen. Sie kann mögliche Verstöße gegen das Gesetz aufdecken und Alarm schlagen, bevor diese zu einem ernsthaften Problem werden. Durch automatische Benachrichtigungen und Berichte können Ihre Mitarbeiter die Einhaltung der Vertragsbedingungen stets im Auge behalten und schnell handeln, wenn Probleme auftreten.

Darüber hinaus kann die Software eine Kultur der Compliance in Ihrem Unternehmen fördern. Sie kann dazu beitragen, dass die Einhaltung des Lieferkettengesetzes nicht nur als notwendiges Übel, sondern als integraler Bestandteil Ihrer Geschäftspraxis wahrgenommen wird. Mit der Vertragsmanagement-Software können Sie Ihre Mitarbeiter dazu befähigen, die Anforderungen des Gesetzes zu verstehen und umzusetzen, und dabei helfen, ein Bewusstsein für die Bedeutung von Menschenrechten und Umweltschutz in der gesamten Lieferkette zu schaffen. Mit ihrem Einsatz können Sie nicht nur das Gesetz einhalten, sondern auch das Vertrauen Ihrer Kunden stärken und Ihren Ruf als verantwortungsbewusstes Unternehmen festigen.

Wie kann eine Vertragssoftware dazu beitragen, einen Aktionsplan zur Beseitigung von festgestellten Verstößen zu erstellen und umzusetzen?

Eine Vertragsmanagement-Software begleitet den gesamten Zyklus vom erkannten Verstoß bis zur nachhaltigen Verbesserung – und macht die Lieferkettenverpflichtungen so handhabbar.

Wird ein Verstoß entdeckt, hilft die Software bei der Aufklärung: Sie bündelt die relevanten Vertragsinformationen, macht die Art des Verstoßes und die zugrunde liegenden Ursachen sichtbar und schafft so die Grundlage für die richtige Reaktion.

Auf dieser Basis lässt sich ein konkreter Aktionsplan entwerfen. Die Software unterstützt dabei, Schritte zu definieren, Prioritäten zu setzen, Fristen festzulegen und Verantwortlichkeiten zuzuweisen – aus einem komplexen Problem wird ein übersichtlicher, umsetzbarer Plan.

Ist der Plan angestoßen, überwacht die Software die Umsetzung: Sie verfolgt den Fortschritt und meldet automatisch, wenn Termine oder Maßnahmen zu verrutschen drohen. So bleibt die Behebung konsequent und nachvollziehbar.

Nicht zuletzt liefert die Dokumentation der Software eine Grundlage, um aus Vorfällen zu lernen und die Vertragspraxis kontinuierlich zu verbessern. Damit ist Ihr Unternehmen den Anforderungen des Lieferkettengesetzes stets einen Schritt voraus.

Mit einer Vertragsmanagement-Software wird die Einhaltung des Lieferkettengesetzes von einer Belastung zu einem beherrschbaren Prozess – mit dem konkreten Gewinn einer gesetzeskonformen und verantwortungsbewussten Lieferkette.

Häufige Fragen zum Lieferkettengesetz

Gilt das Lieferkettengesetz 2026 noch?

Ja, das Lieferkettengesetz ist weiterhin in Kraft. Allerdings wurde die jährliche Berichtspflicht gegenüber der BAFA rückwirkend gestrichen, das Berichtsformular ist seit November 2025 deaktiviert, und die BAFA verfolgt nur noch schwere Verstöße. Das Gesetz soll durch ein neues Gesetz zur Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) ersetzt werden, das Deutschland bis Juli 2028 verabschieden muss. Die materiellen Sorgfaltspflichten gelten bis dahin fort.

Welche Unternehmen sind vom Lieferkettengesetz betroffen?

Das LkSG gilt seit 2023 für Unternehmen mit mindestens 3.000 Beschäftigten im Inland und seit 2024 für Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten. Die künftige EU-Richtlinie (CSDDD) hat einen deutlich engeren Anwendungsbereich und erfasst vor allem Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und über 1,5 Milliarden Euro Umsatz.

Welche Sorgfaltspflichten schreibt das Gesetz vor?

Unternehmen müssen eine Risikoanalyse durchführen, eine Grundsatzerklärung zu Menschenrechten und Umweltschutz abgeben, Präventions- und Abhilfemaßnahmen ergreifen sowie ein Beschwerdeverfahren einrichten. Diese materiellen Pflichten bleiben trotz des Wegfalls der formalen Berichtspflicht bestehen.

Wie hilft Vertragssoftware bei der Einhaltung des Lieferkettengesetzes?

Vertragssoftware verschafft einen zentralen Überblick über alle Lieferantenverträge, ermöglicht die gezielte Suche nach relevanten Klauseln, unterstützt die Risikobewertung und überwacht die Einhaltung der Vertragsbedingungen kontinuierlich. So lassen sich Sorgfaltspflichten nachweisbar dokumentieren und Verstöße frühzeitig erkennen.

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