top.legal
Vertragsmanagement

Vertriebsorganisation stärken: 5-Schritte-Plan für einen widerstandsfähigen Vertrieb

Krisen und volatile Märkte legen Schwächen im Vertrieb offen, statt sie zu verursachen. Mit diesem Fünf-Schritte-Plan machen Sie Ihre Vertriebsorganisation durch Automatisierung, Digitalisierung und konsequente Kundenzentrierung widerstandsfähig und skalierbar.

MW
Veröffentlicht 12. April 2020·Aktualisiert 15. Juli 2026
7 Min. Lesezeit
Mehr zu diesem Thema

Krisen und volatile Märkte legen Schwächen im Vertrieb offen, statt sie zu verursachen. Mit diesem Fünf-Schritte-Plan machen Sie Ihre Vertriebsorganisation durch Automatisierung, Digitalisierung und konsequente Kundenzentrierung widerstandsfähig und skalierbar.

Wirtschaftliche Schocks – ob Pandemie, Rezession, Lieferkettenkrise oder ein plötzlicher Nachfrageeinbruch – treffen jede Vertriebsorganisation. Doch sie treffen nicht jede gleich hart. Krisen und volatile Märkte verschärfen die Schwächen, die vorher schon da waren: manuelle Prozesse, starre Fixkosten, eine reine Präsenzkultur. Eine widerstandsfähige Vertriebsorganisation lässt sich nicht über Nacht aufbauen – aber mit dem richtigen Plan lässt sie sich Schritt für Schritt aufbauen. Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Automatisierung und Digitalisierung wirken als Beschleuniger

Zahlreiche Studien belegen, dass sich etwa die Hälfte der heute bezahlten Tätigkeiten mit bereits vorhandener Technologie automatisieren ließe. Nur ein kleiner Teil der Berufe – weniger als fünf Prozent – lässt sich vollständig wegrationalisieren. Rund 60 Prozent aller Berufe müssen jedoch mit erheblichen Veränderungen durch die Automatisierung rechnen.

Mit der fortschreitenden Automatisierung verschiebt sich die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine grundlegend. Das Weltwirtschaftsforum schätzt, dass durch diesen Wandel zwar Millionen Arbeitsplätze wegfallen, zugleich aber eine noch größere Zahl neuer Tätigkeiten entsteht. Für den Vertrieb heißt das: Routineaufgaben werden zunehmend von Software übernommen, während sich die menschliche Arbeit auf Beziehungspflege, Beratung und komplexe Verhandlungen konzentriert.

Positive Rückkopplungsschleifen zwischen neuer Technologie und Arbeitsplätzen gibt es seit Jahrhunderten. Man denke nur an die Einführung der Personal Computer in den 1980er- und 1990er-Jahren, die einen regelrechten Wachstumsboom auslöste und das Internet mit all seinen Vorteilen erst möglich machte. Krisen wirken dabei wie ein Katalysator: Sie beschleunigen die Einführung von Technologien, die sich ohnehin durchgesetzt hätten – nur eben schneller.

Ein guter Plan schafft Klarheit

Für einige Organisationen steht in akuten Krisen nur das kurzfristige Überleben auf der Tagesordnung – zu viele Brandherde machen den Blick nach vorn unmöglich. Andere Unternehmen haben das Glück, dass ihre Reserven ausreichen. Sie können sich die Zeit nehmen, durch den Nebel der Ungewissheit zu blicken und darüber nachzudenken, wie sie sich in und nach der Krise positionieren wollen.

Eines zeigt sich immer wieder: Eine Rückkehr zur Normalität von vor der Krise ist selten eine realistische Option. Märkte, Kundenerwartungen und Wettbewerbsstrukturen verändern sich – und wer darauf wartet, dass „alles wieder wie früher" wird, verliert wertvolle Zeit.

„Wer es versäumt zu planen, plant zu scheitern." – Benjamin Franklin

Den Kopf bei der kleinsten Veränderung in den Sand zu stecken und darauf zu hoffen, verschont zu bleiben, ist keine tragfähige Strategie. Ebenso wenig führt die Paralyse im Angesicht drohender Gefahr zum Erfolg. Besser ist es, einen konkreten Plan zu haben – oder ihn jetzt zu fassen.

Ein Plan in 5 Schritten

1. Bestandsaufnahme durchführen

Gehen Sie die unmittelbaren Herausforderungen an, die eine Krise für Ihre Vertriebsorganisation bedeutet. Sammeln Sie die Probleme und sprechen Sie mit den Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb: Wie kommen die Mitarbeitenden mit dem Homeoffice zurecht? Wie leistungsfähig ist das Team unter Remote-Bedingungen? Fehlt es an Infrastruktur, um den Verkauf fortzusetzen? Wie erreichen Sie Kunden, wenn der persönliche Kontakt wegfällt?

Vertriebsmitarbeitende sind das Ohr am Kunden. Gerade in schwierigen Zeiten ist ihr Feedback zu Produkten und Dienstleistungen überlebenswichtig. Es gilt herauszufinden, warum Kunden aktuell kaufen – oder eben nicht. Leidet der Kunde selbst unter Cashflow-Problemen, können kurzfristige Rabatte, gestundete Zahlungen oder Ratenmodelle oft Wunder wirken.

Lassen Sie Ihr Vertriebsteam herausfinden, was Ihre Kunden gerade brauchen. Vielleicht ist Ihr bestehendes Angebot gar nicht so weit entfernt und lässt sich mit wenig Aufwand anpassen, um ein akutes Problem zu lösen. In einer kundenzentrierten Welt endet die Verbindung zum Kunden nicht in der Krise – sie festigt sich, wenn Sie zuhören und Ihre Kunden als Menschen wahrnehmen. Wer ein echtes Problem seines Kunden löst, wird lange in Erinnerung bleiben.

2. Belastbarkeit der Vertriebsorganisation kurzfristig herstellen

Ein akuter Rückgang der Wirtschaftstätigkeit gefährdet die Liquidität vieler Unternehmen über Branchengrenzen hinweg. Aus einer operativen Krise wird schnell eine finanzielle – und deren Folgen begleiten Geschäftsführung und Vorstand oft über viele Monate.

Prüfen Sie daher Ihre Vertriebsorganisation auf Belastbarkeit. Denken Sie schon jetzt über das Personal nach, das der mittelfristige Wandel erfordert. Mit der Umstellung der Sales Operations auf digitale Strukturen werden zusätzliche technische Fachkräfte nötig – warten Sie nicht, bis der Markt leergekauft ist.

Wenn Sie stärker auf den Direktvertrieb setzen müssen, weil herkömmliche Kanäle nicht verfügbar sind oder langfristig an Bedeutung verlieren, sollten Sie frühzeitig den Aufbau von Websites, Portalen oder Anwendungen einplanen, die Ihren Vertrieb dauerhaft unterstützen. Behalten Sie dabei stets Ihre Liquidität im Blick: Testen Sie Maßnahmen vorsichtig, bevor Sie sie breit ausrollen, und investieren Sie nur in Werkzeuge, die messbaren Erfolg bringen. Experimentieren Sie – und setzen Sie auf das, was unter dem Strich Geld einbringt.

3. Flexible Skalierung und Automatisierung vorausplanen

Der Weg zurück in ruhigere Fahrwasser steht in jeder Krise oben auf der Agenda – doch er verläuft selten linear. Globale Lieferketten müssen mühsam reaktiviert werden, und die Prognosen, wann die Wirtschaft ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht, gehen oft weit auseinander. Volatile Phasen können jederzeit zurückkehren.

Genau deshalb zahlt sich Flexibilität aus – besonders in Märkten, die stark unter Schwankungen leiden. Es kann sich lohnen, neue Vertriebsmitarbeitende überproportional an den Gewinnen zu beteiligen und dadurch die Fixkosten zu senken. So reduzieren Sie Ihr Gesamtrisiko in unsicheren Zeiten.

Setzen Sie neben der Flexibilisierung der Kosten auf Automatisierung im Vertrieb. Mit intelligenter Software senken Sie Kosten und erhöhen die Abschlussraten. Selbst mit einer kleinen Vertriebs- und Supportmannschaft können Sie über Chat- und Assistenzsysteme effektiv auf Kundenanliegen eingehen – ohne Abstriche bei der Servicequalität.

Nutzen Sie Software zudem, um das Kauferlebnis zu verbessern. Vereinfachen Sie Ihre Prozesse und orientieren Sie sich am reibungslosen Einkaufserlebnis führender Digitalunternehmen. Auch als Anbieter physischer Produkte gilt: Entscheidend ist im Zeitalter des Kunden weniger, wie vollständig Sie Ihre Wertschöpfungskette kontrollieren, sondern wie gut das Kundenerlebnis ist und wie nah Sie an der Nachfrage sind. Self-Service-Angebote können dabei helfen, Kunden schneller und eigenständiger zum Abschluss zu führen.

4. Positionierung und Kundenausrichtung überdenken

Ein Schock größeren Ausmaßes verschiebt die Präferenzen und Erwartungen der Menschen – sowohl als Arbeitnehmende als auch als Verbraucher. Diese Verschiebungen und ihre Auswirkungen auf unsere Lebens- und Arbeitsweise treten oft erst nach und nach zutage. Organisationen, die sich in dieser Phase Zeit nehmen, sich neu zu erfinden, sind anschließend häufig überproportional erfolgreich.

Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, die Positionierung Ihres Unternehmens und Ihrer Vertriebsorganisation zu überdenken. Berücksichtigen Sie dabei die veränderten Erwartungen Ihrer Kunden. Beginnen Sie mit dem Kunden im Blick – und behalten Sie im Hinterkopf, dass auch im Einkauf Menschen sitzen, die Wertschätzung erfahren wollen und lieber von jemandem kaufen, der ihre Probleme ernst nimmt und löst.

Erreichen Sie Ihre Kunden noch über die bekannten Kanäle? Verkaufen Sie Produkte, die ein bestehendes Problem lösen? Gibt es effizientere Wege, um Ihre Kunden zu erreichen? Das sind nur einige der Fragen, die es sich lohnt, regelmäßig zu stellen.

5. Vertriebsorganisation langfristig stärken

Krisen verstärken in der Regel drei Trends. Erstens beschleunigen sie die Einführung und Akzeptanz neuer Technologien – die Welt durchläuft dann im Schnelldurchlauf einen Crashkurs in E-Commerce, digitalen Zahlungen und Fernarbeit. Zweitens werden globale Lieferketten neu geordnet: Viele Unternehmen bauen größere Sicherheitspuffer auf und verlagern kritische Produktion näher an den Heimatmarkt, oft in hochautomatisierte Fabriken. Drittens steigt mit all dem die Erwartung der Kunden an digitale, reibungslose Prozesse.

Wenn diese Trends eintreten, muss sich auch Ihre Vertriebsorganisation mit ihren Kunden verändern. Mit höherer Technologieakzeptanz wird ein höherer Automatisierungsgrad Ihres Vertriebs nicht nur akzeptiert, sondern erwartet. Ein guter Ausgangspunkt ist, Ihre Vertragsprozesse gezielt auf Vertriebseffizienz zu optimieren – denn der Vertragsabschluss ist der Punkt, an dem sich Reibung im Vertrieb am unmittelbarsten in verlorene Zeit und Umsatz übersetzt.

Jede Krise geht irgendwann vorbei, und mit der Zeit wird eine neue Welle geschäftlicher Energie freigesetzt. Stärken Sie Ihre Vertriebsorganisation schon jetzt nachhaltig, um vom nächsten Aufschwung überproportional zu profitieren.

Bereit für den nächsten Schritt?

Buchen Sie eine Demo mit unserem Team und sehen Sie top.legal in Aktion

Mehr zum Thema